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Aurora Borealis

  • Autorenbild: Weltenbummler
    Weltenbummler
  • 8. Sept. 2019
  • 3 Min. Lesezeit

Es ist einfach unglaublich! Krass. Mega schön. Unvorstellbar. Könnte man nicht schöner malen. Was für ein Anblick. Haben wir gedacht, dass wir bisher schon viel schönes sehen durften, wurde es tatsächlich noch einmal getoppt. Die Lofoten hatten es wirklich in sich. Es fing schon verdammt stark an und es hörte verdammt stark auf. Von vorne bis hinten, hat sich jeder Kilometer auf dieser einzigartigen Halbinsel mit ihrer Panoramalandschaft für uns gelohnt. Die Lofoten sind landschaftlich auf jeden Fall in Europa kaum zu toppen. Klar nicht vergleichbar mit anderen Naturschauspielen, welche wir beispielsweise in Südeuropa bewundern durften, aber doch in einer Liga für sich. Glücklicherweise hatten wir bei unserem Aufenthalt dort noch gutes Wetter, so dass wir alles in vollen Zügen genießen konnten. Auch die kleinen Fischerorte wie Henningsvaer und Svolvaer hatten ihren ganz eigenen Charme und so genossen wir unseren Aufenthalt wirklich in vollen Zügen. Doch der Wetterumschwung kündigte sich langsam an und so mussten wir zusehen, weiter gen Norden zu kommen, um es irgendwann doch noch zum Nordkapp zu schaffen. So wie wir die Lofoten mit der Fähre besuchten, verließen wir sie auch wieder und setzten unser Inselhopping fort. Dank guter Recherche im voraus, sind wir mit unserer „Ferjekort-Sparkarte“ dabei auch deutlich günstiger unterwegs, als alles mit dem Auto zu fahren. Doch so schnell verließen uns die Lofoten denn doch nicht, da wir bei der Fahrt auf Vesteralen weiterhin einen sehr guten Blick auf ihre imposanten Berge genießen konnten, allerdings von der anderen Seite der Fjorde. Auf der Inselgruppe Vesteralen zog es uns ganz in den Norden, auf die Insel Andoya. Nach langem hin und her Überlegen, wollten wir nun doch noch einmal eine Walbeobachtungstour starten. Befindet sich vor diesem Teil Norwegens doch ein unterirdisches Riff, eine der größten Vertiefungen des Meeres, welches dafür sorgt, dass dort das ganze Jahr über Wale zu Hause sind. Die Wetterprognosen für die nächsten Tage sahen gut aus und nach einem kurzen Telefonat mit dem Anbieter, buchten wir unsere Walsafari für den nächsten Tag. Leider scheint der Walgott nicht auf unserer Seite zu sein, denn 1 Stunde vor Abfahrt wurde die Ausfahrt des Schiffes wegen Sturmes abgesagt und auch die nächsten Tage sahen laut Prognosen düster aus. Dann eben nicht! Wir fuhren enttäuscht zurück auf unseren Schlafplatz bei Bleik und hofften zumindest Glück bei einem anderen Naturschauspiel in der Nacht zu haben: Polarlichter. Da es nur stürmisch war, das Wetter sonst aber sehr gut und unsere Polarlicht-App gute Bedingungen prognostizierte, bereiteten wir alles für eine erneute lange Nacht (denn wir warteten nicht das erste Mal) vor. Eine Feuerstelle wurde gebaut, Holz gesammelt, die Kamera nochmal aufgeladen, Kameraeinstellungen geprüft und dann hieß es, abwarten und Rotwein trinken. Lange hat es gedauert, bis sich die ersten Sterne blicken ließen (dunkel wurde es erst gegen 23 Uhr) und die Wahrscheinlichkeit auf Aurora Borealis stieg. Was dann auf einmal über uns geschah ist allerdings kaum in Worte zu fassen. Aus dem nichts, bildeten sich plötzlich kleine verschleierte Wolkenbänder. Wurden immer größer, fingen an rot/grün/lila/orange zu leuchten und waberten über unsere Köpfe hinweg, bis sie genauso schnell verschwanden, wie sie erschienen sind. Das muss man einfach gesehen haben und langer Lebenswunsch ging in Erfüllung! Wir waren voller Aufregung, konnten nicht glauben, welche Magie sich gerade am Himmel abspielte und sprangen wie zwei aufgedrehte Duracellhasen um den Bus, beim Versuch Bilder zu machen. Ein unvergesslicher Augenblick und hoffentlich, dürfen wir dieses Naturphänomen auf unserer Reise noch viele weitere Male sehen. Im Nu war unsere gescheiterte Waltour vergessen und der Tag nahm doch noch ein gutes Ende. Leider war dies seitdem einer der letzten schönen Tage, denn bei uns ist seither der Herbst eingezogen. Es ist kalt geworden (was oberhalb des Nordpolarkreises ja auch zu vermuten war), es regnet, stürmt und ist einfach ungemütlich draußen. Für uns gerade unvorstellbar, dass es in Deutschland noch 20 Grad sein sollen. Wir mussten heute schon das erste Mal unsere Standheizung reaktivieren und heute Nacht hatten wir sogar nur 2 Grad. Dafür zeigten sich gestern Abend bei eisigen Temperaturen und sternenklarem Himmel, wunderschöne Polarlichter, in einer Intensität und Dauer, wie wir sie beim ersten Mal nicht gesehen haben. Dieses Mal haben auch die Fotoaufnahmen super geklappt… Zuvor haben wir noch einmal ordentlich unseren Kühlschrank mit frischem Fisch gefüllt. Neben einem Krebs, welcher sich in Tänna´s Köder verliebt zu haben schien, gab es Makrele, Seelachs und zum ersten Mal auch einen Dorsch- das Abendbrot für die nächsten Tage ist also gesichert. Doch nun wird es für uns wirklich langsam Zeit, dass wir ans Nordkapp kommen, um dann der Arktis den Rücken zukehren und wieder in den „Süden“ fahren zu können…


@Marcus



 
 
 

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